Artenschutz

Bäume stehen nicht für sich.

Sie sind Teil eines komplexen Umfelds und bieten einer Vielzahl anderer Lebensformen eine Grundlage. In unseren Städten können diese kleinräumigen Ökosysteme einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt liefern.

 

Besonders im urbanen Raum sind abgestorbene und dem natürlichen Verfall überlassene Bereiche im Baumbestand selten und damit schützenswert. Viele, zum Teil stark bedrohte Tierarten sind auf das Vorhandensein von Baumhöhlen aber auch abgestorbenen Ästen angewiesen. Zum Beispiel stellen Wassertaschen in Höhlungen, sogenannte Dendrothelmen, aussergewöhnliche Lebenssräume dar. Trockene Mulmhöhlen hingegen, die sich über viele Jahrzehnte entwickeln, sind für unsere bedrohte Käferfauna unverzichtbar.

Wenn es die Verkehrssicherheit zuläßt, müssen derartige Lebensräume erhalten bleiben.

Kann ein Eingriff nicht vermieden werden, sind ausgleichende oder ersetzende Maßnahmen zu treffen.

 

Diese Abwägung ist Teil der Baumkontrolle und steht am Anfang jeder Tätigkeit. Wir beurteilen den Baum hinsichtlich dessen Relevanz als Lebensraum, besonders mit Blick auf bedrohte Arten. Hierzu kann bei Bedarf ein artenschutzrechtliches Gutachten erstellt werden.

 

Tote Äste bis 3cm Durchmesser und kurze Totastreste können bei der Kronenpflege ohne Gefahr im Baum belassen werden. Unter Umständen, die im Besonderen von der Baumart und dem Standort abhängen, dürfen auch umfangreichere Totäste im Baum verbleiben. Auch Baumbewuchs, hier vor allem Efeu, ist Teil des Habitats, der einzig zum Problem wird, wenn die Funktion des Baumes beeinträchtigt oder die Baumkontrolle unverhältnismäßig erschwert wird.

 

Viele baumpflegerische Maßnahmen finden auf Grund der Baumphysiologie in den Frühjahrs- und Sommermonaten statt. In dieser Zeit ist die Aktivität der baumbewohnenden Tierarten hoch. 

Sorgfalt im Umgang mit den entsprechenden Lebensstätten hat für uns eine hohe Priorität. 

Unter Umständen kann es erforderlich sein,  die Baumarbeiten in Umfang oder Ausführungszeit anzupassen.